Notariat Gratkorn², Mag. Czeike, Graz-Umgebung

Alles, was Recht ist.

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Häufige Fragen

  • Verträge aller Art

    • Welche Vorteile hat ein Notariatsakt?

      Sicherheit. Der Notariatsakt ist eine öffentliche Urkunde, die auf Grund gesetzlicher Formvorschriften den Vertragsparteien ein Höchstmaß an Rechtssicherheit garantiert.

    • Kann jeder Vertrag als Notariatsakt errichtet werden?

      Ja. Das Notariatsaktsgesetz bestimmt jedoch, welche Verträge auf jeden Fall als Notariatsakt errichtet werden MÜSSEN. Das sind jene Verträge, die von Natur aus einen höheren Rechtsschutz genießen müssen (z. B. Erbverzichte, Ehepakte).

    • Wie hat die Vertragsgestaltung zu erfolgen?

      Die Bestimmungen sollten klar und übersichtlich sein. Worauf es entsprechend den Vertragsobjekten ankommt und wesentlich erscheint und der vertraglichen Gestaltung zugänglich ist, sollte Inhalt des Vertrages sein.

    • Gibt es den absoluten Vertrag?

      Nein. Auch wenn dieser noch so ausgeklügelt und noch so gewagt konstruiert sein mag, wird er nie alle Unwägbarkeiten erfassen können.

    • Können Verträge mit Blinden, Tauben oder Stummen als Vertragspartner abgeschlossen werden?

      Ja, aber nur in Notariatsaktsform und mit zwei Aktszeugen.

    • Was regelt ein Dienstbarkeitsvertrag?

      Die Dienstbarkeit ist ein dienliches Nutzungsrecht an einer fremden Sache (Liegenschaft). Wegerechte und Wasserleitungsrechte sind die am häufigsten vereinbarten Grunddienstbarkeiten.

    • Welche Rechte entstehen durch einen Adoptionsvertrag?

      Es entstehen die gleichen Rechte, wie sie durch die eheliche Abstammung begründet werden.

    • Der Unterschied zwischen Kauf- und Tauschvertrag

      Kaufgegenstand kann jede Sache sein. Die Gegenleistung besteht in Geld. Wird die Gegenleistung mit einer anderen Sache, die nicht Geld ist, erbracht, liegt ein Tauschvertrag vor.

    • Was versteht man unter einem Übergabsvertrag?

      Beim Übergabsvertrag handelt es sich um einen Vertrag eigener Art mit zahlreichen Erb- und familienrechtlichen Elementen, womit der Übergeber im Rahmen einer vorgezogenen Erbfolge sein Vermögen an den Übernehmer, meist einen nahen Angehörigen, übergibt.

  • Formpflicht/Beurkundungen/Beglaubigungen

    • In welcher Form muss ein Vertrag abgeschlossen werden?

      Im Vertragsrecht gilt der Grundsatz der Formfreiheit. In einigen Fällen sieht das Gesetz allerdings eine bestimmte, besondere Form vor. So sind Ehepakte, zum Beispiel zwischen Ehegatten geschlossene Kauf-, Tausch-, Renten- und Darlehensverträge sowie Schenkungsverträge ohne wirkliche Übergabe nur gültig, wenn sie in Form eines Notariatsaktes abgeschlossen werden.

    • Warum besteht die strenge Formvorschrift des Notariatsaktes?

      Der Notariatsakt als öffentliche Urkunde soll verhindern oder doch erschweren, dass vermögensrechtliche Beziehungen verschleiert oder zum Nachteil allfälliger Gläubiger vorgenommen werden und den Schutz des schwächeren Vertragspartner gewährleisten.

    • Welchen Zweck verfolgt die Beglaubigung einer Unterschrift?

      Mit der Beglaubigung wird öffentlich durch den Notar beurkundet, dass die Unterschrift von einer bestimmten Person abgegeben wurde.

  • Rechtliches für Unternehmen und Selbstständige

    • Kann eine einzelne Person eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) gründen?

      Die Einpersonen-GmbH ist mit der „Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft“ seit einigen Jahren auch in Österreich möglich.

    • Was versteht man unter Umgründung eines Unternehmens?

      Als Umgründung werden Änderungen der Rechtsform bezeichnet, die mit der Übertragung des Vermögens auf andere Rechtsträger verbunden sind, und zivilrechtlich unter Einzel- oder Gesamtrechtsnachfolge erfolgen.

    • Gibt es für die Personengesellschaften einen eigenen Anwendungsbereich?

      Nein, die OG (Offene Gesellschaft) und die KG (Kommanditgesellschaft) stehen zweckoffen für jede erlaubte Tätigkeit zur Verfügung.

    • Sind Personengesellschaften rechtsfähig?

      Eingetragene Personengesellschaften sind kraft ausdrücklicher, gesetzlicher Anordnung, uneingeschränkt rechtsfähig. § 105 Satz 2 UGB (Unternehmensgesetzbuch)

    • Wie bekomme ich am schnellsten einen amtlichen Grundbuchsauszug oder einen Firmenbuchauszug?

      Das Notariat Gratkorn2 hat einen direkten Zugang zum Grund- und Firmenbuch und kann binnen weniger Minuten einen Grund- und Firmenbuchauszug besorgen.

  • Todesfälle/Erbschaften

    • Was kann vererbt werden?

      Neben Vermögenswerten wie z. B. Häusern, Wohnungen, Fahrzeugen, Mobiliar, Schmuck, Geld usw. gehören auch die Schulden und Verpflichtungen zum Nachlass.

    • Werden Schulden vererbt?

      Ja. Aus diesem Grund sollte man unbedingt die Höhe der Schulden klären, bevor man eine Erbschaft annimmt.

    • Wie hoch ist der gesetzliche Erbteil von Ehegatten/innen?

      Der/die Ehegatte/in erhält, wenn Kinder vorhanden sind, ein Drittel, wenn der Erblasser keine Kinder hat, zumindest zwei Drittel des Nachlasses.

    • Benötigt man bei einem eigenhändigen Testament Zeugen?

      Nein. Es muss jedoch das gesamte Testament handschriftlich vom Erblasser verfasst und unterschrieben werden.

    • Kann ein Testament widerrufen werden?

      Ja. Das Testament kann vom Erblasser jederzeit zur Gänze widerrufen, ergänzt oder abgeändert werden.

    • Welche Möglichkeit der Testamentsaufbewahrung gibt es?

      Die Aufbewahrung des Testaments zuhause ist zwar praktisch, birgt aber das Risiko des Verlustes. Auch zum Zwecke der Geheimhaltung und der Vermeidung von Urkundenunterdrückung ist die Hinterlegung beim Notar im Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer ratsam.

    • Kann ein Erbe zu Lebzeiten auf sein Erbe verzichten?

      Ja. Mittels eines Erbverzichtsvertrages, der aber nur in Form eines Notariatsaktes möglich ist.

    • Wann tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft?

      Insbesondere dann, wenn der Erblasser keine letztwillige Verfügung (Testament) getroffen hat.

    • Wie hoch ist der Pflichtteil?

      Die Höhe des Pflichtteils hängt vom gesetzlichen Erbrecht ab und beträgt beim Ehegatten und bei den Kindern des Erblassers immer die Hälfte des gesetzlichen Anspruches. Seit 12. Jänner 2017 entfällt der Pflichtteil der Eltern.

    • Was bedeutet eine „Schenkung auf den Todesfall“?

      Hier verspricht der Geschenkgeber für den Fall seines Ablebens die Schenkung eines bestimmten Vermögens. Diese Schenkung muss als Notariatsakt festgehalten werden.

    • Welchen Vorteil genießt eine Schenkung unter Lebenden?

      Durch eine Schenkung zu Lebzeiten kann über Teile des Vermögens eine endgültige Regelung getroffen werden – meist in Verbindung mit einem Erb- oder Pflichtteilsverzichtsvertrages.

    • Welche Aufgabe hat der Notar im Verlassenschaftsverfahren?

      Der Notar nimmt im Verlassenschaftsverfahren Amtshandlungen im Auftrag des Gerichtes vor. Als Gerichtskommissär hat er zu klären, wer die Erben sind und sodann mit diesen die Nachlassregelung zu gestalten.